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Halbtagsseminar

 

Vorarlbergs Weg in eine offene Gesellschaft – von der Wiedertäufer- Bewegung bis ins 20. Jahrhundert

 

Hofrat Meinrad Pichler,

 

Historiker und Buchautor

 

Donnerstag, 14. März 2019, 9.45 - 12.30 Uhr

Bildungshaus Batschuns

 

43 Zuhörende folgten interessiert den spannenden Ausführungen des Referenten, der im ersten Teil die geschlossene Gesellschaft im 16. Jh. schilderte, als der Anspruch bestand, dass Kirche und Staat deckungsgleich sein müssen – zum Vorteil beider Seiten. Daraus ergab sich die Auseinandersetzung mit dem Protestantismus, der aber sehr bald wieder auf die staatliche Macht setzte (Landesfürsten), und mit den Täufer-Bewegungen, die neben kirchlicher auch staatliche Macht ablehnten und Bibel als einzige Richtschnur akzeptierten. Deren Geschichte mit vielen Vertreibungen und Opfern – auch im Bregenzerwald – bis zu den heute vor allem in Amerika noch bestehenden Täufer-Gruppen (Menoniten, Amishe etc. mit ca 300.000 Mitgliedern zu hören, war sehr erhellend.


Im zweiten Teil wurde der mühevolle Weg in eine offene Gesellschaft skizziert, beginnend mit dem Toleranzpatent 1781, das unter Josef II vor allem aus wirtschaftlichen Gründen – Bedarf an Kapital und Fachleuten aus dem Ausland – und durch erweiterte Reisemöglichkeiten erforderlich wurde. Nach Rückschlägen durch den Neo-Absolutismus musste Kaiser Franz Josef widerwillig 1861 im Protestantenpatent die volle religiöse Gleichberechtigung verordnen. Es dauerte aber noch Jahrzehnte bis zur Verstaatlichung des Schulwesens und des Eherechts. Die schweren Zeiten des 20. Jh, die Flüchtlingsbewegungen und Umsiedlungen und die wirtschaftliche und technische Entwicklung haben zu einer immer bunteren und - hoffentlich – offeneren Gesellschaft geführt, sodass man froh sein kann, heute zu leben.

 

(Gertrud Wagner)