Vortrag

"Psssst! .. heute reden wir übers Geld"

Vom Erben und Vererben

Marlene Engelhorn und Annemarie Felder

Dienstag, 10. Februar 2026, 9:45 bis 12:30 Uhr 

Bildungshaus Batschuns


25 Millionen Euro zu verteilen?
Diese Frage hat die Erbin Marlene Engelhorn mit einem „Guten Rat“ beantwortet

Batschuns. Wenn man Engelhorn heißt und dadurch in die richtige Familie hineingeboren wurde, kann es sein, dass man plötzlich 25 Millionen Euro erbt. Das hat Marlene Engelhorn vor einigen Jahren erlebt, als sie diese für die meisten unvorstellbare Summe von ihrer Großmutter vermacht bekam. Sehr schnell war ihr klar, dass sie diese riesige Summe nur durch das Privileg ihrer Geburt zugesprochen erhielt. Sie entschied sich, das Geld rückzuverteilen und mit ihrem Erbe Projekte zu unterstützen, die dem Gemeinwohl dienen, nicht klimaschädlich sind, die allgemeinen Menschenrechte achten und nicht parteipolitisch motiviert sind.

Mehr als 120 Interessierte folgten der Einladung von ALTER-nativ, einem Team, das Veranstaltungen für ältere Menschen anbietet, um der aktiven und meinungsstarken Marlene Engelhorn im Bildungshaus Batschuns zuzuhören. „Da die Politik kein Interesse an der Besteuerung von großen Erbschaften hat, schritt ich zur Eigeninitiative und gründete einen sogenannten Guten Rat“, erzählte Engelhorn bei ihren Ausführungen. Im Guten Rat entschieden 50 Personen aus Österreich ohne Mitwirkung Engelhorns nach demokratischen Richtlinien welche Projekte gefördert werden sollten. So wurden die geerbten 25 Millionen Euro, auch an Initiativen in Vorarlberg wie der Straßenzeitung Marie, an die Gesellschaft rückverteilt. Begleitet wurde diese Gute Rat von einem Moderatorenteam, in dem auch die Vorarlbergerin Annemarie Felder mitwirkte. Felder arbeitet seit beinahe 20 Jahren in zahlreichen Beteiligungsprozessen mit. „Der Gute Rat für Rückverteilung war eines der intensivsten, forderndsten und schönsten Projekte, die ich begleiten durfte“, zeigte sie sich überzeugt von dieser Art der Beteiligung von Menschen aus allen Gesellschaftsschichten, Bildungsgraden und Altersstufen.

In der abschließenden Diskussion gab es viele zustimmende Äußerungen und Kommentare. Aber es wurden auch viele Fragen nach der Motivation, den kritischen Rückmeldungen auf die nicht alltägliche Entscheidung und die Reaktion der Familie von Marlene Engelhorn gestellt.

„Mit der Einladung von Marlene Engelhorn ist es uns gelungen den zahlreich erschienen Besucherinnen und Besuchern ein zentrales Thema der heutigen Zeit näherzubringen; dem Überreichtum, mit all seinen Folgen für Gesellschaft, Klima und Demokratie.“, freut sich die Koordinatorin von ALTER-nativ, Rosmarie Breuss über die gelungene Veranstaltung.

 

Peter Kopf,

für das Team ALTER-nativ

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